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Epikur
Diogenes von Oinoanda war ein reicher Mann, der im zweiten nachchristlichen Jahrhundert gelebt hat. Er kaufte einen Hügel in der Nähe seines Dorfes und ließ auf der Anhöhe eine rechteckige Säulenhalle errichten.
Auf dem Giebel des Säulengangs ließ er dann eine Inschrift von über hundert Meter Länge einmeißeln, die eine Zusammenfassung des epikueischen Denkens ist.
Die riesige Inschrift begann etwa so:
Mein Leben neigt sich dem Ende zu, und ich will nicht scheiden, ohne eine
Hymne auf Epikur gesungen zu haben, für das Glück, das ich durch seine
Lehre erfahren habe.
 DURCH DIE AUFTEILUNG DER ERDE HAT JEDES VOLK EIN ANDERES VATER-
LAND. ABER DIE BEWOHNTE WELT BIETET ALLEN MENSCHEN. DIE ZUR
FREUNDSCHAFT FÄHIG SIND, EIN EINZIGES GEMEINSAMES ZU HAUSE:
DIE ERDE.
Diese Inschrift ist im Jahre 1884 von zwei französischen Archäologen
zufällig entdeckt worden und bestimmt die schönste, die völkerverbindende
Botschaft, die uns aus der Antike erreicht hat.
Die Lust ist Ursprung und Ziel des glücklichen Lebens.
Die wahre Lust und das wahre Glück besteht für Epikur  in einem ruhigen
Gleichmaß der Seele. Das aber ist nur zu erreichen, wenn man die Leiden-
schaften zum Schweiegen bringt: die Furcht, die Begierde und den Schmerz,
all diesen " Wirbelsturm der Seele". Gelingt dies, dann schwindet aller Aufruhr aus unsere Seele. Hierin hat nun die Philosophie ihre hohe Aufgabe. Hier wird sie zu dem, als was Epikur sie versteht: zur Lebenspraxis.
 Leer ist die Rede eines Philosophen, die nicht irgendeine
Leidenschaft heilt, die nicht die Leidenschaften aus der Seele vertreibt.
Ist das aber erreicht, dann stellt sich die eigentlich philosophische
Haltung ein, die Unerschütterlichkeit des Geistes, die Windstille der Seele,
die Meeresstille. das Gefühl der Lust und der Unlust.
Die Wahrnehmung ist das Augenscheinliche , was immer wahr ist; an ihr
können wir nicht zweifeln, ohne mit dem Wissen auch das Handeln unmö-
glich zu machen und auch die Sinnestäuschungen beweisen nichts dagegen,
denn der Fehler liegt bei ihnen nicht in der Wahrnehmung, sondern im
Urteil: das Bild, das wir zu sehen glauben, hat unsere Seele wirklich
berührt, wir haben nur nicht das Recht zu der Annahme, dass ihm ein Gegen
stand entspricht, An welchem Merkmal wir aber freilich die Bilder, denen
ein Gegenstand entpricht, von denen unterscheiden können, denen keiner entspricht, erfahren wir nicht. Aus den Wahrnehmungen
entstehen Begriffe (prolipsis), indem sich das, was man wiederholt wahr-
genommen hat, der Erinnerung einprägt. Da diese Begriffe sich auf frühere
Wahrnehmungen beziehen, sind auch sie immer wahr. Es können daher
neben den Wahrnehmungen (esthisis) und Gefühlen (pathi) auch die Begriffe zu den Kriterien gerechnet werden. Und da auch die Fantasievorstellungen nach Epikur durch die Einwirkung objektiver der Seele gegenwärtiger Bilder entstehen werden. auch diese unter ihnen aufgenommen.
Erst wenn wir über die Wahrnehmung als solche hinausgehen, uns aus dem
Bekannten eine Meinung (ipolipsis) über das Unbekannte bilden, entsteht
die Frage, ob diese Meinung wahr oder falsch ist. Um wahr zu sein, muss
eine Meinung, wenn sie sich auf künftige Ereignisse bezieht, durch die
Erfahrung bestätigt, wenn sie die verborgenen Gründe der Erscheinungen
betrifft, darf sie durch dieselbe nicht widerlegt werden.